Hamburg (ots) –

Einen Thriller im Hafenmilieu Mecklenburg-Vorpommerns, der die Komplexität aktueller ostdeutscher Identität einfängt, wollten Lars Werner und Marcel Raabe schreiben. Zwei junge Autoren aus Sachsen, die finden: Die DDR-Nachwendegeschichte wird zu häufig als Opfergeschichte erzählt: „Wir wollten von Leuten erzählen, die widerständig sind, aber keine Wutbürger, Leute, die sich in Nischen ihre Strukturen aufgebaut haben, die nicht immer sauber bleiben. Lebendige Figuren, die sonst in ostdeutschen Geschichten nicht vorkommen.“

Mit der NDR Krimi-Hörspielserie „Am Schlick“ haben Lars Werner und Marcel Raabe einen spannungsgeladenen Werft-Krimi über Freundschaft und Verrat geschrieben, der in Mecklenburg-Vorpommern spielt. Nachdenklich, aber auch mit Witz haben sie dabei die aktuellen Themen, Probleme und Chancen der Region aufgenommen. Eine hochkarätige Schauspielriege, darunter Peter Kurth, Bjarne Mädel, Yvonne Yung Hee Bormann, Charles Brauer, Christiane von Poelnitz, Cino Djavid, Anne Ratte-Polle und Martin Rentzsch, hat das düstere Hörspiel nun umgesetzt. Regie führte Janine Lüttmann, die Musik schrieb Andreas Bick, die Redaktion und Dramaturgie lag bei Susanne Birkner.

Zum Inhalt: Sascha Lüttich (Peter Kurth) hat sich in der mecklenburgischen Provinz eine ordentlich laufende Karriere in der Werft aufgebaut. Nach dem Mauerfall hat er die Gegend nie verlassen. So viele Geschäfte gab es zwar nicht zu machen. Aber die wenigen, die es gab, wollte er ganz bestimmt nicht anderen überlassen. Gesetze werden dabei eher flexibel ausgelegt. Gemeinsam mit seiner vietnamesisch-stämmigen Ex-Frau Mai (Yvonne Yung Hee Bormann), die die namensgebende Kneipe „Am Schlick“ betreibt, und seinem treuen Kompagnon Enno (Bjarne Mädel) hat er ein kleines, aber gut funktionierendes Netzwerk. Vor allem weil sein „Zieh-Vater“, Werft-Urgestein und Gewerkschaftschef Harry, immer die Hand über ihn hält – gespielt von dem 88jährigen Charles Brauer, der damit sein 70-jähriges Hörspiel-Jubiläum im NDR feiert.

Dann stirbt Harry plötzlich, und zunächst widerstrebt es Lüttich zwar etwas – aber als sein ungeliebter Konkurrent Waldemar Brahms (Samuel Weiss) nach dem Posten des Gewerkschaftsbosses greift und bei Harrys Beerdigung verspricht, „am Hafen aufzuräumen“, kandidiert notgedrungen auch Lüttich – um Harrys Erbe zu schützen und um die eingespielten, halblegalen Routinen in Werft und Hafen aufrecht zu erhalten. Das Problem: Lüttich ist eigentlich kein „großer Vorsitzender“. Und Geld hat er auch nicht. Also verstrickt er sich immer tiefer in kriminelle Machenschaften, nimmt Abhängigkeiten in Kauf, unter anderem von der eiskalten Altenheim-Betreiberin Manja Gaedtke (Anne Ratte-Polle), und geht sogar mit Rockerin Elke (Christiane von Poelnitz) und ihrer Motorradgang ziemlich brutale Deals ein.

ARD Audiothek: Alle sechs Folgen der Serie am Dienstag, 23. April, verfügbar.

Im Radio: NDR Kultur sendet die Serie als Dreiteiler jeweils sonntags am 28. April um 18.00 Uhr, am 5. Mai und 12. Mai um 19.00 Uhr.

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