Bern (ots) –

Die achtzehn prämierten Werke des SNF-Wettbewerbs für wissenschaftliche Bilder 2024 erschliessen unbekannte, vielfältige Blickwinkel auf die moderne Wissenschaft und sie zeigen, wie Unsichtbares sichtbar wird.

Zu den prämierten Werken gehören eine Fotomontage, die übermalte Wandmalereien aufdeckt, ein Video, das die fragile Schönheit von feinen Gefässen im Gehirn zeigt, eine Geologin, die eine unterirdische Grotte kartiert und eine Versuchsanordnung, die akustisches Klonen möglich macht. Die achtzehn Werke werden vom 3. bis 26. Mai 2024 an den Bieler Fototagen ausgestellt.

Vier erste Preise…

Gewinner in der Kategorie „Forschungsobjekt“ ist Martin Stollenwerk, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft. Sein zusammengesetztes Bild zeigt das Innere eines Gebäudes und mischt Farbe mit Schwarz-Weiss, Gegenwart mit Vergangenheit, Sichtbares mit Unsichtbarem. Die Jury hebt hervor, dass ein „vertrauter Anblick durch einen Fremdkörper destabilisiert wird“ und die Aufnahme „transparent und unmittelbar enthüllt, was sich unter der Oberfläche der uns umgebenden Mauern verbirgt“.

Dank „Framing, Komposition und Beleuchtung in Perfektion“ siegte das Portrait einer Höhlenforscherin in der Kategorie „Frauen und Männer der Wissenschaft“. Aufgenommen wurde es von Tanguy Racine, Postdoktorand in Hydrogeologie an der Universität Neuenburg. „Diese Fotos machen bisher unbekannte unterirdische Landschaften sichtbar“, kommentiert der Forscher. „Mit Stirnlampen und Blitzgeräten können wir die besonderen, sehr kontrastreichen Lichtverhältnisse in Höhlen nachstellen.“

Jonas Müller, Doktorand in Geophysik an der ETH Zürich, erhält den ersten Preis in der Kategorie „Orte und Werkzeuge“ für seine Aufnahme einer komplexen Versuchsanordnung zum akustischen Klonen. Überzeugt hat die Jury die symmetrische Komposition der Fotografie, die zwischen Entschlossenheit, Kontrolle und Ordnung auf der einen Seite und Chaos, Improvisation und Bastelei auf der anderen schwankt. „Mir gefällt an diesem Bild, dass es sowohl die Komplexität des Experiments als auch die Eleganz der Ergebnisse zeigt“, sagt Jonas Müller.

In der Kategorie „Video“ gewinnt ein Beitrag, der das Gefässnetz im Gehirn simuliert. Er basiert auf mikroskopischen Bildern, die von einem Algorithmus kombiniert wurden. Das Video von Christopher Hahne, Postdoktorand für medizinische Bildgebung an der Universität Bern, „fesselt uns mit universellen, anfänglich aber schwer zu fassenden Motiven“ und präsentiert gemäss Jury „eine kompakte Geschichte“.

… und vierzehn Auszeichnungen

Die internationale Jury vergab neben den ersten Preisen auch Auszeichnungen für vierzehn weitere Werke. Sie würdigt damit unter anderem die „gespenstische Schönheit“ einer Knochenstruktur, das visuelle Zeugnis einer verheerenden Überschwemmung, die Abstraktion eines Zeltlagers auf einem Gletscher oder das immersive Bild eines Affen in seinem Lebensraum.

Seit 2017 lädt der Schweizerische Nationalfonds Forschende ein, ihren Alltag als Wissenschaftlerin oder Wissenschaftler zu zeigen und mit der Öffentlichkeit zu teilen. Mitmachen können Forschende, die an einer Forschungsinstitution in der Schweiz oder Liechtenstein arbeiten. Die 408 in diesem Jahr eingereichten Werke sind als Teil einer Sammlung von über 3000 Bildern online frei zugänglich.

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Jury 2024

Präsident: Alexander Sauer, Fotograf (Schweiz)

Mitglieder:

Emanuela Ascoli, Leiterin Fotografie und Ausstellungen bei National Geographic FranceTanja Gesell, Biologin und Künstlerin an der Universität Wien (Österreich)Emmanuelle Giacometti, Direktorin des Museums L’Espace des Inventions (Schweiz)Patrick Gyger, Direktor von Plateforme 10 in Lausanne (Schweiz)

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Der Text dieser Medienmitteilung, ein Downloadbild und weitere Informationen stehen auf der Webseite des Schweizerischen Nationalfonds zur Verfügung.

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Corinne Ammann;
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Quelle: Presseportal